Warum du bei Kritik sofort dichtmachst, obwohl du weißt, dass sie gut gemeint ist – denise-angel Magazin

Die Kunst, dein Selbstwertgefühl zu stärken, ohne allen gefallen zu müssen

Es gibt einen Grund, warum eine winzige Reaktion von außen – ein Blick, ein Tonfall, eine veränderte Körperhaltung – dein ganzes System lahmlegen kann. Das hat wenig mit mangelndem Selbstbewusstsein zu tun – das hier ist eine Erklärung, die dir vielleicht noch gefehlt hat.

Warum du bei Kritik sofort dichtmachst

Ein kritischer Blick, ein missbilligender Tonfall, eine distanzierte Körperhaltung. Du bemerkst sowas intuitiv. Manchmal hat es sogar was mit dir zu tun, manchmal nicht. Spielt erstmal keine Rolle.

Dein sehr valider Wunsch – ein starkes Selbstwertgefühl, statt dieser Reaktionen: Deine coole Idee – runtergeschluckt. Deine wichtige Frage – lieber nicht mehr gestellt. Deine sehr relevante Grenze – doch nicht gezogen.

Ich hab mal versucht zu überschlagen, wie viele gute Ideen ich in einem einzigen Jahr so beerdigt habe. Es waren zu viele, um sie valide zu zählen.

Der Deal

Irgendwann hatte ich mit mir selbst einen Deal geschlossen. Ich wusste lange nichts davon:

„Ich bin sicher, solange niemand etwas an mir auszusetzen hat.“

Also leistete ich mehr als nötig. Hab extrem selten Nein gesagt. Vermeintliche Fehler vermieden, mit einer Sorgfalt, die in keinem Verhältnis zur verlorenen Zeit stand. Hab immer erst die Stimmung gecheckt, bevor ich sprach. Mein System hielt sich an den Deal. Beharrlich. Schließlich geht´s ja auch um was. Im Zweifel lieber einmal zu viel schützen als einmal zu wenig.

Dein Selbstwertgefühl zu stärken heißt deshalb nicht einfach: Tschakka, mach doch einfach. Es heißt: deinem System Zeit geben. Es darf lernen, dass der Deal nicht mehr benötigt wird. Mit der Brechstange? NEVER – bitte liebevoll.

Was mir keiner gesagt hat

Du musst deinen Wert nicht aufbauen. Dein Wert ist schon da.

Is it?

Stell dir mal einen bedeckten Himmel vor. Da kommt ja niemand auf die Idee, die Wolken weg zu wischen, um nachzuschauen, ob die Sonne noch da ist. Schade, dass wir das mit unserem Selbstwert jedoch tun.

„Ich bin wertvoll, wenn ich leiste.“ Nicht wahr. „Ich bin wertvoll, wenn ich klein beigebe.“ Nur übernommen. Die Frage ist also nicht: Wie werde ich wertvoller? Vielmehr: Was verdeckt eigentlich gerade, was längst da ist? (Falls für dich Selbstwert, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein durcheinandergeraten: nächster Artikel dazu ist in Arbeit.)

Warum mir Nachdenken allein nichts gebracht hat

Du stimmst mir doch zu? Ein Neugeborenes ist wertvoll, ohne je etwas geleistet zu haben. Es würde doch niemand auf die Idee kommen zu sagen: „Oh, also dieses Baby ist wirklich wertlos. Es kann ja noch nicht mal laufen.“ Oder: „So ein Baby, das nicht sprechen kann, ist ganz schön wertlos.“

Jetzt stell dir eine Frage: Wann genau hat sich das geändert? Gab es irgendwann einen Tag, an dem dein Wert plötzlich kleiner geworden ist? Einen Moment, in dem du beschlossen hast, weniger wert zu sein? This can’t.

Was sich im Laufe der Zeit verändert, ist der Blick auf uns. Wir machen Erfahrungen. Fühlen dabei etwas. Entwickeln daraus Regeln. Und leben mit den daraus entstandenen Automatismen – die nicht nur im Kopf sitzen, sondern im gesamten menschlichen System.

Ein Spiegel. Zehn Sekunden. Ein Satz.

Bei mir hat sich erst etwas verschoben, als ich aufgehört habe, mir etwas erklären zu wollen, und angefangen habe, zu spüren.

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